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Wissen

Berufe in Redaktion und Journalismus

Im Journalismus gibt es ein gutes Dutzend Rollen mit sehr unterschiedlichen Aufgaben. Aus der Stellenbezeichnung geht nicht immer hervor, welche gemeint ist.

Die wichtigsten Rollen

Die Redakteurin oder der Redakteur recherchiert, schreibt und verantwortet Beiträge in einem Ressort. Das ist die Grundrolle in jeder Redaktion.

Die Chefin oder der Chef vom Dienst steuert den laufenden Tag und trägt die Endverantwortung für das, was erscheint. Geschrieben wird in dieser Rolle wenig. Wenn Sie vor allem schreiben möchten, passt sie eher nicht zu Ihnen.

Die Blattmacherin oder der Blattmacher gestaltet die Ausgabe: Aufmachung, Gewichtung, Reihenfolge. In digitalen Redaktionen heißt dieselbe Aufgabe oft Homepage- oder Newsroom-Verantwortung.

Die Ressortleitung führt ein Fachgebiet, fachlich wie personell. Diese Stellen werden häufig intern vergeben und deshalb seltener ausgeschrieben.

Korrespondentinnen und Korrespondenten berichten aus einem bestimmten Gebiet, oft allein und oft auf freier Basis. In Ausschreibungen steht die Rolle meist unter „freie Mitarbeit“.

Was fast immer verlangt wird

  • Solides Handwerk: sauber recherchieren, sauber schreiben, Fristen einhalten. Das kommt vor jeder Spezialisierung. In Ausschreibungen steht es selten, die meisten Besetzungen werden aber danach entschieden.
  • Veröffentlichte Arbeitsproben. Drei bis fünf erschienene Beiträge zählen mehr als jedes Zeugnis. Sie müssen nicht in einem großen Medium erschienen sein.
  • Sicherheit im Umgang mit Quellen, Zitaten und Persönlichkeitsrechten. Dazu gehört ein Grundverständnis von Presserecht und Urheberrecht.
  • Immer öfter wird erwartet, dass Sie Text, Audio und Video mitdenken. Sie müssen nicht alles selbst können, sollten aber einschätzen können, welche Form zu einer Geschichte passt.

Der übliche Einstieg

Die meisten beginnen mit einem Volontariat oder einem Praktikum in einer Redaktion. Ein Volontariat ist eine bezahlte Ausbildung. Ein freiwilliges Praktikum, das länger als drei Monate dauert, ist mit dem Mindestlohn zu bezahlen. Auf dieser Börse erscheinen Praktika und Volontariate nur mit ausgewiesenem Entgelt.

Der zweite Weg ist freie Mitarbeit. Sie bieten einzelne Beiträge an, bis eine Redaktion Sie kennt. Das dauert länger und ist unsicherer, dafür sind Sie auf keine Bewerbungsrunde angewiesen.

Ein Studium ist für keine dieser Rollen vorgeschrieben, und es ersetzt keine Arbeitsproben. Mit fünf guten veröffentlichten Beiträgen kommen Sie in fast jedem Bewerbungsgespräch weiter als mit einem Abschluss und leerer Mappe.

Häufige Fragen

Was macht eine Chefin vom Dienst?

Sie plant und steuert den Produktionstag einer Redaktion. Sie legt fest, welche Beiträge wann erscheinen und wer sie bearbeitet, und sie entscheidet, was wegfällt. In Stellenanzeigen steht dafür meist die Abkürzung CvD.

Braucht man für den Journalismus ein Studium?

Nein. Vorgeschrieben ist es in Deutschland nicht, und die meisten Ausschreibungen verlangen auch keines. Ein Studium kann den Einstieg erleichtern. Bei der Auswahl zählen aber vor allem veröffentlichte Arbeitsproben und handwerkliche Sicherheit.