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Wissen

Quereinstieg in Medienberufe

Medienberufe stehen Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern offener als die meisten Branchen, weil keiner dieser Berufe reglementiert ist. Leicht ist der Wechsel trotzdem nicht. Die größere Hürde ist meist, zu belegen, dass man die Arbeit kann.

Warum der Einstieg möglich ist

„Journalistin“, „Grafiker“ und „PR-Berater“ sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Es gibt keine Kammerzulassung und keine vorgeschriebene Ausbildung. Bei einer Bewerbung zählt deshalb vor allem, was Sie an Arbeiten vorzeigen können.

Welche Vorerfahrung zählt

  • Fachwissen aus einem anderen Feld. Redaktionen fehlt oft Fachwissen, und sie suchen gezielt danach. Gefragt sind etwa Juristinnen für Justizthemen, Medizinerinnen für Gesundheit oder Techniker für das Wissenschaftsressort.
  • Schreiben im alten Beruf. Wenn Sie Berichte, Gutachten oder Dokumentationen verfasst haben, bringen Sie mehr mit, als Sie vielleicht denken. Neu zu lernen sind vor allem die Textformen.
  • Projekt- und Terminarbeit. In Produktion, Herstellung und Planung ist das die wichtigste Fähigkeit, und sie lässt sich aus jeder Branche mitnehmen.
  • Kundenkontakt. Er lässt sich am direktesten in Agentur, Anzeigen und Kommunikation übertragen.

Wege in die Branche

Über die freie Mitarbeit. Sie bieten einzelne Arbeiten an, bis man Sie kennt. Das ist der langsamste, aber verlässlichste Weg. Sie sind von keiner Bewerbungsrunde abhängig und bauen nebenbei Ihre Mappe auf.

Über ein angrenzendes Feld. Zum Beispiel aus dem Marketing in die Unternehmenskommunikation und von dort in eine Redaktion. In zwei kleinen Schritten gelingt der Wechsel meist leichter als in einem großen.

Über die kaufmännische Seite. In Anzeigen, Abonnement und Produktmanagement wird seltener Branchenerfahrung verlangt, und es bewerben sich weniger Leute. Von dort aus können Sie im Unternehmen später in andere Bereiche wechseln.

Über eine Ausbildung. Es gibt zahlreiche Lehrgänge und berufsbegleitende Studien. Eine Mappe ersetzen sie nicht. Sie bringen aber Kontakte und einen Anlass für erste Arbeiten.

Den Lebenslauf erklären

Ein ungewöhnlicher Weg schadet selten, solange er erklärt ist. Zwei Sätze im Anschreiben genügen: was Sie vorher gemacht haben, was Sie mitbringen und warum Sie jetzt wechseln. Fehlt diese Erklärung, bleibt die Deutung der Person überlassen, die die Bewerbungen sichtet, und die hat wenig Zeit.

Häufige Fragen

Ist Journalistin eine geschützte Berufsbezeichnung?

Nein. Das gilt für fast alle Berufe auf dieser Börse. Niemand kann Ihnen deshalb den Einstieg mit dem Hinweis auf eine fehlende Ausbildung verwehren. Umgekehrt gibt es auch keine Prüfung, mit der Sie Ihre Eignung ein für alle Mal nachweisen. Bei jeder Bewerbung zählen wieder Ihre Arbeitsproben.

Welche Vorerfahrung hilft beim Quereinstieg in Medienberufe?

Gut mitnehmen lassen sich vier Dinge. Fachwissen etwa aus Recht, Medizin oder Technik ist in Redaktionen gefragt. Haben Sie im alten Beruf viel geschrieben, lernen Sie vor allem neue Textformen dazu. Erfahrung mit Projekten und Terminen hilft in der Produktion, Erfahrung mit Kundinnen und Kunden in Agentur, Anzeigen und Kommunikation.

Stand: 26.09.2026. Alle Themen