Zum Inhalt springen

Wissen

Berufe bei Film, Fernsehen und Radio

Bei Film, Fernsehen und Radio ist die Arbeit in Gewerke aufgeteilt. Anders als in einer Redaktion ist kaum jemand für alles zuständig, und eine Ausschreibung richtet sich fast immer an ein bestimmtes Gewerk.

Die Gewerke

  • Kamera und Bildgestaltung. Von der Kameraassistenz bis zur Bildgestaltung, die für den Look einer Produktion verantwortlich ist.
  • Schnitt und Postproduktion. Editorinnen, Colorists, VFX. Auf diesen Bereich entfällt der größte Teil der Arbeit an einem fertigen Beitrag.
  • Ton. Tonassistenz am Set, Tonmeisterinnen, Sounddesign, Mischung. Beim Radio kommen Technik und Sendungsabwicklung dazu.
  • Regie und Redaktion. Bei dokumentarischen und journalistischen Formaten liegen beide oft in einer Hand.
  • Produktion. Aufnahmeleitung, Produktionsleitung, Herstellungsleitung. Diese Rollen kümmern sich um Budget, Zeitplan, Personal und Genehmigungen. Sie werden öfter gesucht, als Berufseinsteiger vermuten.
  • Sendungsplanung und Programm. Planung, Disposition, Sendeabwicklung. Diese Rollen sorgen dafür, dass zur Sendezeit alles bereitsteht.

Die Arbeitgeber in Deutschland

Neben den Sendern stellen Produktionsfirmen ein, meist für einzelne Projekte. Kulturbetriebe haben eigene Abteilungen für Bewegtbild und Ton, und immer mehr Unternehmen, Verbände und öffentliche Stellen produzieren selbst.

Die meisten ausgeschriebenen Stellen liegen in den großen Medienstandorten Berlin, Hamburg, Köln und München. Dazu kommen die Landesrundfunkanstalten, regionale Sender und Produktionsfirmen in vielen anderen Städten.

Warum so viele Stellen befristet sind

Eine Produktion hat einen Anfang und ein Ende, und danach richten sich die Verträge. Üblich sind befristete Arbeitsverträge für die Dauer einer Produktion, freie Mitarbeit und Werkverträge. In diesem Feld ist das normal und kein Warnsignal.

Lesen Sie in einer Ausschreibung deshalb zuerst die Anstellungsart. Sie sagt oft mehr darüber, ob die Stelle zu Ihnen passt, als die Rollenbezeichnung.

Was in der Bewerbung zählt

Vor allem die Referenzliste: woran Sie mitgearbeitet haben, in welcher Funktion und mit welchem Anteil. Bei Kamera, Schnitt und Ton kommt eine kurze Arbeitsprobe dazu. Sie sollte zeigen, was Sie selbst beigetragen haben.

Bei freier Arbeit spielt auch die technische Ausstattung eine Rolle. Wenn Sie mit eigenem Gerät arbeiten, nennen Sie das in der Bewerbung und berücksichtigen Sie es in Ihrer Kalkulation.

Häufige Fragen

Was macht eine Herstellungsleitung?

Sie sorgt dafür, dass eine Produktion im Rahmen bleibt: Kalkulation, Verträge, Zeitplan, Abrechnung. Die Produktionsleitung organisiert den laufenden Betrieb, die Herstellungsleitung steht eine Ebene darüber und haftet für das Budget. Bei kleineren Produktionen übernimmt oft eine Person beide Rollen. Die Ausschreibung nennt dann meist beide Bezeichnungen.

Warum sind so viele Stellen bei Film und Fernsehen befristet?

Viele Stellen sind an eine einzelne Produktion gebunden und enden mit ihr. Hinter derselben Rollenbezeichnung können deshalb drei Monate Arbeit stehen oder eine unbefristete Anstellung. Neben Befristungen sind freie Mitarbeit und Werkverträge verbreitet.